Neuigkeiten

Leipziger Hämatolog:innen erforschen seltene Formen von Blutkrebs

Auch wenn es in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte in der Behandlung seltener Formen von Blutkrebs gab und in Deutschland neue Medikamente zugelassen wurden, bleibt die Prognose für viele Betroffene weiterhin ungünstig. Forschungsteams der Universitätsmedizin Leipzig arbeiten in mehreren vorklinischen und translationalen Projekten an einem besseren Verständnis dieser Erkrankungen. Die Wissenschaftler:innen untersuchen, wie Knochenmarkkrebs entsteht. Darüber hinaus finden sie einen neuen molekularen Funktionsmechanismus und belegen in einer weiteren Studie das hohe Rückfallrisiko von Patient:innen mit geringen Mengen an Leukämiezellen. Die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen sind in vielbeachteten Fachjournalen veröffentlicht.

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Studie zeigt, dass Angehörigen von MM Patienten ein höheres Maß an Angst haben als die Patienten, die sie unterstützen

Laut einer neuen Studie, die in Blood Advances veröffentlicht wurde, können Angehörige von Patienten mit Myelom häufiger unter Angstzuständen und Depressionen leiden als die Patienten selbst. Während Mediziner seit langem den Tribut anerkennen, den eine schwere oder unheilbare Diagnose auf die psychische Gesundheit einer Person haben kann, haben nur wenige Studien untersucht, wie sich diese Erkrankungen auf Familienmitglieder, Freunde und Angehörige auswirken, die sich um diese Personen kümmern.

 
Das Myelom ist ein unheilbarer Krebs, der die Blutplasmazellen, eine Art weißer Blutkörperchen im Knochenmark, angreift. Während bestehende Behandlungen das Leben eines Patienten erheblich verlängern können, bleibt der Zustand unheilbar. Menschen mit MM benötigen oft umfangreiche und aggressive Krebsbehandlungsschemata, die sowohl körperlich als auch emotional anstrengend sein können und mit hohen finanziellen Kosten verbunden sind.
 
„In vielen Jahren der Arbeit mit Patienten mit multiplem Myelom und ihren Familien habe ich ein tieferes Verständnis dafür gewonnen, wie sehr diese Erkrankung die Lebensqualität aller Betroffenen beeinträchtigt“, erklärte die Studienautorin Elizabeth O'Donnell, MD, eine medizinische Onkologin im Massachusetts General Hospital. „Myelombehandlungen, wie Chemotherapien, fordern nicht nur große körperliche Belastungen für die Patienten, bei denen die Krankheit diagnostiziert wurde, sondern können eine enorme finanzielle und emotionale Belastung für Patienten und ihre Familien darstellen.“
 
Um diese Studie durchzuführen, rekrutierten Dr. O'Donnell und Kollegen 127 Angehörige von Patienten, bei denen kürzlich Myelom diagnostiziert wurde und die zwischen Juni 2020 und Januar 2021 innerhalb des Dana-Farber/Harvard Cancer Center Network behandelt wurden. Die Forscher sortierten die Teilnehmer basierend auf der Behandlung in drei Kohorten ein Behandlungsschema, das die von ihnen betreuten Patienten derzeit erhielten. Die Betreuer füllten Fragebögen aus, in denen sie ihre eigene Lebensqualität und psychische Belastung sowie ihre Wahrnehmung der Krebsprognose ihres Angehörigen bewerteten.
 
Die Ergebnisse zeigten, dass 44,1 % der Angehörigen Symptome klinischer Angst, 15,8 % Symptome einer Depression und 24,2 % Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) hatten. Im Vergleich zu Patientensymptomen, über die das Forschungsteam in einer ergänzenden Studie berichtete, die in Band 128, Ausgabe 10 von Cancer veröffentlicht wurde, berichteten Anghörige tatsächlich über höhere Raten klinischer Angst als Patienten mit Myelom.
 
Die Studie deckte auch eine kritische Lücke in der Kommunikation zwischen Anbietern und Angehörigen auf. Während die meisten Angehörigen berichteten, dass ihr Onkologe ihnen mitgeteilt hatte, dass der Krebs ihres Angehörigen unheilbar sei, gaben nur 50,9 % zu, dass der Krebs des Patienten tatsächlich unheilbar war. Dr. O’Donnell äußerte, dass Wunschdenken, Hoffnung und schlechte Kommunikation mit dem Anbieter eine Rolle bei dieser Verständnislücke spielen könnten.

Fokusgruppendiskussionen zur CAR-T-Behandlung

Horizon 2020 CARAMBA ist ein Projektkonsortium zur Erforschung einer innovativen Immuntherapie zur Behandlung des Multiplen Myeloms, der sogenannten „Chimeric Antigen Receptor T-cell therapy“ (CAR-T). Durch die strategische Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Interessengruppen, darunter Myeloma Patients Europe (MPE), will das Konsortium den reibungslosen Übergang der CAR-T-Behandlung von der Forschung hin zur praktischen Anwendung bei Patienten mit Multiplem Myelom sicherstellen.

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Rezidiviertes oder refraktäres Multiples Myelom: Talquetamab

FDA erteilt Talquetamab den Status Breakthrough Therapy für die Behandlung des rezidivierten oder refraktären Multiplen Myeloms. 

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EU: Multiples Myelom – CHMP-Zulassungsempfehlung für Pepaxti (Wirkstoff Melphalanflufenamid)

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Pepaxti (aktive Substanz ist Melphalanflufenamid) der Firma Oncopeptides als 20 mg Pulver für Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung für die Behandlung von: Multiples Myelom.

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Multiples Myelom: Phase-2-Zwischenanalyse zu Elranatamab

Zwischenanalyse der zulassungsrelevanten Phase-2-Studie MagnetisMM-3 mit dem bispezifischen BCMA-CD3-Antikörper Elranatamab zur Behandlung des rezidivierten/refraktären multiplen Myeloms.

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Multiples Myelom: Stammzelltrans­plantation nach wie vor Standard bei fitten Patienten

Chicago – Bei jüngeren bzw. fitten Patienten mit multiplem Myelom kann man nach wie vor nicht auf eine autologe Stammzelltransplantation verzichten: Zum wiederholten Mal ist ein entsprechender Versuch fehlgeschlagen, wie bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago berichtet wurde. 

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Carvykti bei Multiplem Myelom: EU-Zulassung

Die Europäische Kommission erteilt CARVYKTI (Ciltacabtagen-Autoleucel) die bedingte Zulassung für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom.

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Multiples Myelom: Sarclisa-Kombination verlängert progressionsfreies Überleben

IKEMA: Kombination mit Sarclisa® (Isatuximab) verlängert das mediane progressionsfreie Überleben von Patienten mit rezidivierendem multiplen Myelom, die mit einem Proteasom-Inhibitor behandelt werden, auf ein bisher unerreichtes Niveau.

Sarclisa-Kombination

 

Gestärkte Immunzellen für den Kampf gegen Krebs

Förderpreis für die Forschung an Immunzellen, die im Labor für den Kampf gegen Krebszellen gerüstet werden.

Dr. rer. nat. Sabrina Prommersberger, PostDoc in der AG von Prof. Michael Hudecek, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg,
erhält eine Förderung der DKMS, um die CAR-T-Zelltherapie zu optimieren. Die Biologin arbeitet seit 6 Jahren an der für uns Myelompatieten so innovativen und vielversprechenden Immuntherapie. 

Förderpreis - Immunzellen für den Kampf gegen Krebs

Pressemitteilung der DKMS

Aktuelles zur Impfung, Impfantwort und zur Behandlung von Covid 19 für Menschen mit einer Krebserkrankungen

DLH – Infoblatt

Prof. Dr. Marie von Lilienfeld-Toal von der Universitätsklinikum Jena hat für die DLH (Deutsche Leukämie und Lymphomhilfe) im Rahmen einer Veranstaltung am 12. März 2022 eine sehr übersichtliche Zusammenfassung zu wissenswerten Neuigkeiten für Patienten mit einer Krebserkrankung zum Thema Covid 19 verfasst. In ihrem Vortrag, der hier als Bericht zusammengefasst ist, geht sie auch auf die zurzeit verfügbaren Medikamente gegen Covid 19 und deren Wirksamkeit gegen die verschiedenen Virusvarianten ein.

Hrsg: DLH (Stand: 03/2022)

Minimale Restkrankheit nach autologer Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom

Deutsche Krebsgesellschaft: Für die Analyse wurden die Daten von Patienten aus der Studie Myeloma XI analysiert. Dort hatten sich an multiplem Myelom Erkrankte einer autologen Stammzelltransplantation unterzogen und anschließend drei Monate nach der Transplantation eine Erhaltungstherapie mit einem Immunmodulator oder keine weitere Therapie erhalten.

Minimale Restkrankheit

Multiples Myelom: 3. COVID-19-Impfstoff-Dosis steigert Immunantwort deutlich

Verstärkung der humoralen und zellulären Immunantwort nach einer dritten SARS-CoV-2-Impfung und Virusneutralisierung bei Myelompatienten. Die meisten immungeschwächten Menschen mit multiplem Myelom haben in einer Studie von einer dritten Dosis COVID-19-Impfstoff profitiert – ein vielversprechendes Zeichen, nachdem sich gezeigt hatte, dass zwei Dosen für sie tendenziell nicht ausreichend waren.

3. COVID-19-Impfstoff-Dosis steigert Immunantwort

Carvykti bei Multiplem Myelom: EU-Zulassungsempfehlung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Carvykti der Firma Janssen-Cilag als 3,2 x 10⁶ bis 1,0 x 10⁸ Zellen Dispersion zur Infusion für die Behandlung des Multiplen Myeloms.

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Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Das dkfz (Deutsches Krebsforschungszentrum) in Heidelberg hat in seiner  neuen Broschüre einen Bericht über die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) veröffentlicht. 

Bei der Positronen-Emissions-Tomographie dienen spezielle radioaktiv markierte Substanzen dazu, die Stoffwechselaktivität des Krebsgewebes sichtbar zu machen. Das lässt sich nutzen, um Tumore und Metastasen aufzuspüren, auch um Aktivität beim Multiplen Myelom darzustellen. Die Tomographie wird in Verbindung mit dem CT eingesetzt, manchmal auch mit einem MRT.

PET

Kleines Protein liegt Fresszellen schwer im Magen

Aussicht auf die Optionen in der Zukunft durch neue Erkenntnisse.

Bereits im Sommer letzten Jahres veröffentlichten die Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen - Nürnberg im Wissenschaftsmagazin "siencedirekt" einen sehr interessanten Artikel(Quelle: β2-microglobulin triggers NLRP3 inflammasome activation in tumor-associated macrophages to promote multiple myeloma progression, Immunity 2021; https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1074761321002648)

Fresszellen schütten entzündliche Signale im Körper aus, das β2-Mikroglobulin ist mit daran beteiligt und verursacht Entzündungssignale. Das Forschungsteam konnte nachweisen, dass die Erkrankung Multiples Myelom deutlich abgemildert werden kann, wenn es gelingt, die Signale zu blockieren. Eine zielgerichtete Blockierung der Aktivierung des Inflammasoms könnte also in der Zukunft ein neue zusätzliche Option für die Behandlung des Multiplen Myeloms darstellen.

Es bleibt spannend und für uns alle hoffnungsvoll.

Bericht der FAU

Multiples Myelom: Warum der Krebs wiederkehrt

Forscher der Charité und des BIH (Berlin Institute of Health in der Charité) sowie auch des MDC (Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft) zeigten, dass die vermehrte Produktion eines bestimmten Proteins den Krebs unempfindlich gegen die Therapie macht.

Warum der Krebs wiederkehrt

Die Therapie bei wiederkehrendem multiplem Myelom erweitern

Wenn ein multiples Myelom nach der Behandlung wiederkehrt oder gar nicht erst darauf anspricht, kann es sich lohnen, eine Kombinationstherapie mit einem Anti-CD38-Antikörper, einem Immunmodulator und einem Kortikosteroid zu versuchen. Die neuen Ergebnisse der ICARIA-MM-Studie, die in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht wurden, zeigen, dass sich dadurch die Überlebensaussichten verbessern.

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Neue S3-Leitlinie zum Multiplen Myelom

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat erstmals ist in Deutschland eine S3-Leitlinie zur Dia­g­nos­tik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) und für Betroffene mit Multiplem Myelom veröffentlicht. [mehr]

S3-Leitlinie

CAR-T-Zell-Therapie: In der Versorgung angekommen

„Die krankenhauseigenen Leistungen bei der Durchführung einer CART- Zell-Therapie sind unterfinanziert.“ Hermann Einsele, Universitätsklinikum Würzburg.

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