Aktuelle Studien

Klinische Studien/Forschung

Sabine Schock, AMM-Online, hat mir heute eine neue Übersetzung von Myelom Beacon übersandt. Darin wird - zunächst im Rahmen einer Einzelfallstudie - ein Anti-Myelom-Effekt des Antibiotkums Roxithromycin festgestellt.

Roxithromycin, ein Nachfolger des Antibiotikums Clarithromyzin, gehört zur Klasse der Makrolid-Antibiotika, das in den späten 90er Jahren in einigen Myelomstudien geprüft wurde und möglicherweise einen Anti-Myelom-Effekt hat, vor allem dann, wenn es mit anderen Therapeutika eingesetzt wird.

Hier möchte ich (Lisa Kotschi) anmerken, dass mein Mann Clarithromyzin Ende der 90er Jahre, als es noch keine neuen Medikamente gab, erfolgreich gegen sein Myelom eingesetzt und damit voraussichtlich seine Lebenszeit verlängert hat.

Roxithromycin ist in Europa und Deutschland zugelassen und es lohnt sich vielleicht, mit dem behandelnden Arzt darüber zu sprechen, ob und wann es sinnvoll ergänzend eingesetzt wird.

18-06-15 Antibiotikum mit Anti-Myelom-Aktivität als Download

 

Von der diesejährigen Jahrestagung des ASCO hat Dr. Sabine Schock, AMM-Online, einen Beitrag von Myeloma Beacon für uns übersetzt.

Zunächst wird über wichtige Studieneergebnisse berichtet, die hier zum Teil schon auf unserer Webseite Thema waren und/oder als Therapiestudie auch in Deutschland gelaufen sind (aktuell laufende klinische Studien finden Sie bei uns unter https://www.myelom.org/diagnose-therapie/therapiestudien/laufende-studien)

Darüber hinaus nehmen drei Myelomexperten zu den wichtisten Ergebnissen der Präsentationen Stellung, darunter auch zu den bisherigen Resultaten der Anti BCMA  CAR T-Zelltherapie bb2121, aber auch zu den offensichtlich guten Ergebnissen zur Gabe von Carfilzomib/Kyprolis® (geänderte Dosis und geänderter Intervall).

Am ca. 18. Juni wird hier auch ein weiterer Bericht von einem deutschen Hämatoonkologen eröffentlicht.

18-06-10 ASCO 2018 Ergebnisse als Download

 

Im Rahmen einer Langzeitstudie mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von mehr als 11 Jahren stellten deutsche Forscher in drei benachbarten Städten fest, dass sich im Beobachtungszeitraum bei keinem Patienten ein therapiebedürftiges multiples Myelom entwickelte.

Darüber hinaus verschwanden bei 55 % der diagnostizierten Leichtketten MGUS-Patienten die entsprechenden klinischen Parameter.

Das Gesamtüberleben der Studienteilnehmer mit Leichtketten MGUS war das gleiche wie bei den Studienteilnehmern mit normalen Leichtketten.
Quelle: Myeloma Beacon

18-05-15 Leichtketten MGUS als Download

 

Myeloma Beacon veröffentlichte kürzlich Studienergebnisse zu Wirksamkeit und Effektivität von Selinexor für mehrfach vorbehandelte Myelom-Patienten. In dieser 2. Studienphase bestätigten sich die guten Ergebnisse, wie sie sich in den Phase 1  gezeigt haben, die auch in Deutschland durchgeführt wurden.

Vor allem bei Patienten, die vier- oder fünffach-refraktär auf vorangegangene Therapien reagiert haben, scheint Selinexor in mindestens 20% der Fälle zu helfen.

Aufgrund der Heterogenität des Myeloms und dem häufigen Risiko, im Verlauf der Therapien nicht mehr auf eingeführte Medikamente anzusprechen, ist es wichtig, viele unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung zu haben und so die Krankheit in Schach halten zu können. Selinexor scheint dafür geeignet. Der Hersteller strebt an, dass Selinexor Mitte 2019 bei der FDA und Ende 2019 bei der EMA zugelassen wird.

18-05-09 MB Sewlinexor als Download

 

"Vom 19. bis 21. April fand in Turin das erste Meeting des European Myeloma Network (EMN) statt. Das EMN wurde 2003 gegründet, um insbesondere die wissenschaftlichen Möglichkeiten im Hinblick auf die Myelomforschung in Europa zu bündeln.

Im Gegensatz zu den größeren internationalen Tagungen, wie dem ASCO-, dem EHA- oder dem ASH-Kongress, lag der Schwerpunkt beim EMN-Meeting weniger auf der Präsentation bahnbrechender neuer Studienergebnisse, sondern eher auf der Diskussion der vorhandenen Studiendaten, wie diese in die klinische Praxis einzuordnen sind und welche Konsequenzen sich daraus für künftige Studien ableiten lassen."

OA Dr. Hans Salwender, Asklepios-Kliniken Hamburg Altona & St. Georg (auch med. Beirat der AMM-Online) fasst die Ergebnisse unter folgenden Themen zusammen:

  • Extramedulläre Myelome (ossär/am Knochen oder an Weichteilen) stellen im klinischen Alltag eine große Herausforderung dar und bedürfen dringend spezieller Studien
  • Smoldering multiples Myelom - durch die ergänzten IMWG-Kriterien (International Myeloma Working Group) von 2014 wurde der Behandlungszeitpunkt bei bestimmten klinischen Parametern noch vor Vorliegen von Organschäden vorverlegt. Weitere Studien zur Identifizierung und Behandlung von Hochrisiko-Patienten sind in Europa, speziell Spanien, auf dem Weg
  • Praktische Aspekte zur aktuellen Therapie des Myeloms. Dabei wurden u.a.  die guten Ergebnisse der Castor-/ und Pollux-Studien bestätigt sowie verbesserte Therapiedurchführungswege (z.B. Infusion von Daratumumab) vorgestellt.
  • Studien zur minimalen Resterkrankung (MRD), wobei vor allem Methoden, das zu erreichende Niveau und den Zeitpunkt der Messung(en) diskutiert wurden
  • Stellenwert der MRT-Untersuchungen und deren prognostischen Relevanz

Den gesamten Bericht finden Sie auf dem Portal von hematooncology.com

 

In einer retrospektiven Studie mit über 1.000 Myelompatientinnen und -patienten untersuchte die Mayo-Klinik in Rochester, USA, ob ein langsames Ansprechen (>120 Tage) auf die gesamte Erstlinientherapie vorteilhafer ist gegenüber einem schnellen Ansprechen (<120 Tage). Dabei wurde das "beste" Ansprechen  in Hinblick auf das progressionsfreie und das Gesamtüberleben untersucht.

Der nachfolgende Text wurde von Myeloma Beacon zusammengefasst und von Sabine Schock übersetzt. Den Link auf den Originalartikel von Myeloma Beacon finden Sie im nachfolgenden Dokument.

18-05-02 MB Mayo-Klinik Studie als Download

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